Aus dem Textheft
Liebe Konzertbesucherin, lieber Konzertbesucher

Das Deutsche Requiem von Johannes Brahms hält die Zuhörenden vom Anfang bis zum Schluss in Atem. Die textliche und musikalische Dichte des Werks lässt niemanden unbeteiligt. Brahms spricht durch die meisterhafte Vertonung persönlich ausgewählter Texte des Alten und Neuen Testaments die Trauernden an und konfrontiert gleichzeitig unausweichlich mit der eigenen Endlichkeit. Wir erleben im Lauf des Werks die Entwicklung von der Beklemmung und der zuschnürenden Angst – „Denn alles Fleisch, es ist wie Gras und alle Herrlichkeit des Menschen wie des Grases Blumen. Das Gras ist verdorret und die Blume abgefallen“ – hin zur Hoffnung und Zuversicht, ja, gar bis zum siegreichen Triumph – „Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?“ Text und Musik, zur Einheit verschmolzen, berühren existenzielle Fragen und ängste, rütteln auf, trösten und vermitteln gleichzeitig zärtliches Aufgehobensein und feste Zusagen – „Der Gerechten Seelen sind in Gottes Hand, und keine Qual rühret sie an.“

Brahms hat sich während der langen Entstehungszeit des Deutschen Requiems (1861–1868) umfassend mit dem Sterben und dem Tod auseinandergesetzt. Das Miterleben des seelischen, geistigen und körperlichen Verfalls seines väterlichen Freundes Robert Schumann und dessen Tod waren Auslöser für das persönliche Durcharbeiten der Thematik. Zudem haben wohl die vielen Enttäuschungen im Zusammenhang mit der „unmöglichen“ Liebe zu Clara Schumann und der Tod seiner geliebten Mutter die Kompositionsarbeit wesentlich beeinflusst.

Der LAUDATE-CHOR lädt Sie ganz herzlich zur persönlichen Begegnung mit Brahms’ Requiem ein und wünscht Ihnen ein berührendes Konzerterlebnis.

[ November 2004 | Aus dem Textheft | Zu Johannes Brahms | Zum Deutschen Requiem ]

Copyright © 2009 by Laudate-Chor Thun
Last modified 17.02.2005