Zu den Komponisten

Johann Sebastian Bach (1685-1750) besuchte die Lateinschule in Ohrdruf und Lüneburg. 1703 war er Hofmusiker in Weimar, dann Organist in Arnstadt, Mühlhausen (Thüringen), Hoforganist und Konzertmeister in Weimar, Kapellmeister in Köthen. Seit 1723 war Bach Thomaskantor in Leipzig, wo er 1750 starb. Als grösster Meister des Hochbarock schuf er eine grosse Zahl von Kantaten, Motetten, Messen und Instrumentalwerken.

Johannes Brahms (1833-1897) bildete sich weitgehend autodidaktisch weiter. Von 1857 bis 1859 wirkte er als Hofpianist und Chordirigent in Detmold, leitete dann in Hamburg, ab 1862 in Wien verschiedene Chöre. Er schuf gegen 200 Lieder und - mit dem Deutschen Requiem - eines der bedeutendsten Werke der romantischen Chormusik. Er starb 1897 in Wien und hinterliess eine Fülle von Instrumental- und Vokalwerken, die damals wie heute in Kirchen und Konzertsälen Begeisterung auszulösen vermögen.

Paul Fehrmann (1859-1938), in Dresden geboren und ausgebildet, kam 1883 als Kapellmeister an das Stadttheater St. Gallen und wirkte dort auch als Chordirigent, Organist und Schulmusiker. Als Leiter des Evangelischen Kirchengesangvereins St. Gallen half er 1892 den Ostschweizer ”Verband evangelischer Kirchenchöre” zu gründen. Fehrmann war von 1897 – 1937 Mitglied der Zentralkommission des Schweizerischen Kirchengesangbundes, wo er sich als musikalischer Leiter der ersten Kirchengesangtage verdient machte. Fehrmann komponierte verschiedene grössere Chorwerke und eine grosse Anzahl geistlicher Chorlieder.

Willy Fotsch wurde 1923 in Liestal geboren. In Zürich, wo er aufwuchs und seine musikalischen Studien tätigte, wirkte er zunächst als Primarlehrer und dann als Hauptlehrer für Musik am Gymnasium Hohe Promenade. Er leitete während einem guten Jahrzehnt den Zürcher Lehrergesangverein und profilierte sich auf musikalisch-künstlerischem Gebiet als Gründer und Leiter des Neuen Oratorienchors Zürich und als Kursleiter des Christlichen Sängerbunds der Schweiz, dem er auch als langjähriges und initiatives Mitglied der Musikkommission diente. Mit seinem umfangreichen und vielfältigen geistlichen Chorliedschaffen hat er einen wesentlichen Beitrag zur Erweiterung des Liedrepertoires geleistet und vielen den Zugang zu neuer Chormusik ermöglicht.

Gottfried August Homilius (1714-1785), geboren in Rosenthal bei Königstein (Sachsen), war in Leipzig Schüler von J.S.Bach (1735). 1742 kam er an die Frauenkirche in Dresden und wirkte ab 1755 als Kreuzkantor. Er starb 1785 in Dresden.

Heinrich Kaminski (1886-1946) studierte evangelische Kirchenmusik und Komposition in Heidelberg und Berlin. Er unterrichtete Komposition und war als Konzertdirigent tätig. 1937 wurden seine Werke mit einem Aufführungsverbot belegt. Sein prominentester Schüler war Carl Orff. Sein Werk besteht überwiegend aus geistlichen Vokalwerken.

Felix Mendelssohn (1809-1847), geboren in Hamburg, stammte aus einer jüdischen Familie, wuchs jedoch als evangelischer Christ auf. Ausbildung zum Komponisten, Dirigenten und Pianisten. Mit 24 Jahren wurde Mendelssohn städtischer Musikdirektor in Düsseldorf, 2 Jahre später Dirigent des Leipziger Gewandhausorchesters, 1842 Musikdirektor in Berlin. 1843 kehrte er nach Leipzig zurück und gründete das Konservatorium für Musik. Noch nicht ganz 39-jährig starb Mendelssohn an einem Schlaganfall.

Dr. Edwin Nievergelt, geboren 1917, wirkte nach seinem Studium am musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Zürich jahrzehntelang als Organist und Kantor in Winterthur. Er prägte das kirchenmusikalische Geschehen der Deutschschweiz durch die Mitarbeit an verschiedenen Musikalien (Kirchengesangbuch, Kumbaya, Neues Singen in der Kirche) wesentlich mit. Er engagierte sich u.a. im Christlichen Sängerbund als Singwochenleiter, als Mitglied der Bundesleitung und der Musikkommission und als Schriftleiter des Sängergrusses. Von ihm gingen wesentliche Impulse an viele junge Sängerinnen und Sänger aus (u.a. als Leiter der Engadinerkantorei), mit denen er u.a. regelmässig Chorwerke des 20. Jahrhunderts aufführte.

Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901), geboren in Vaduz, war bereits im Alter von 7 Jahren als Organist tätig und schuf erste Kompositionen. Nach seinem Musikstudium in München wurde er 1859 als Lehrer an die königliche Musikschule gewählt und lehrte ab 1867 als Professor Orgel und Kontrapunkt. Daneben wirkte er als Organist und Hofkapellmeister. Aus seinem umfangreichen Schaffen sind heute vor allem die 20 Orgelsonaten bekannt. Er komponierte aber auch bedeutende geistliche Chorwerke und Kammermusik.


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