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c-Moll-Messe gilt, obschon unvollendet, als Mozarts bedeutendstes Messewerk.
Ihre Entstehung geht auf ein Gelübde des vom mächtigen Vater
Leopold ("nach dem lieben Gott kommt gleich der Papa") bedrängten
Mozarts zurück. 1782 verliebt er sich in Constanze Weber. Für
ihn ist klar, dass er sie heiraten will. Weniger klar ist, ob sein Vater
den Segen zu dieser – aus der Sicht des Vaters - unstandesgemässen
Verbindung geben würde. In einem eindringlichen Brief bittet er den
Vater darum:
"Liebster Vater!
Ich muss Sie bitten, um alles in der Welt bitten, geben Sie mir die Einwilligung,
dass ich meine liebe Cousine heiraten kann. Glauben Sie nicht, dass es
um das Heiraten wegen allein ist, wegen diesem wollte ich noch gerne warten.
Allein ich sehe, dass es meiner Ehre, der Ehre meines Mädchens und
meiner Gesundheit und Gemütszustandes wegen unumgänglich notwendig
ist. Mein Herz ist unruhig, mein Kopf verwirrt, wie kann man da etwas gescheidtes
denken und arbeiten? Wo kömmt das her? Die meisten Leute glauben,
wir sind schon verheiratet; die Mutter wird darüber aufgebracht, und
das arme Mädchen wird samt mir zu Tode gequält. Diesem kann so
leicht abgeholfen werden. (...) Wer eine Frau bekömmt, wie ich eine
bekomme, der kann gewiss glücklich sein. Wir werden ganz still und
ruhig leben und doch vergnügt sein. Ich erwarte mit Sehnsucht Ihre
Einwilligung, mein bester Vater, ich erwarte sie gewiss, meine Ehre und
mein Ruhm liegt daran. Sparen Sie nicht zu weit das Vergnügen, Ihren
Sohn mit seiner Frau bald zu umarmen."
In dieser Situation
gelobt Mozart eine Messe zu schreiben, wenn er die Situation heil überstehen
würde. Am Tag nach der Hochzeit trifft die schriftliche Einwilligung
des Vaters ein, mit dem bitteren Zusatz, dass Wolfgang von ihm nichts mehr
zu erwarten habe.
Bevor das junge Paar
im Juli 1783 den Vater in Salzburg besucht, schickt er die bereits fertiggestellten
Teile der Messe seinem Vater. Die Bedeutung des Gelübdes stets
vor Augen, hat sich Mozart bei der Erschaffung dieses Werks sicher besondere
Mühe gegeben. Eigentümlich bleibt, dass dieses Werk nie ganz
fertiggestellt wurde. Die Gründe dafür sind nicht bekannt. Ebenso
schleierhaft ist, warum und wie Mozart das wahrscheinlich unvollendet gebliebene
Werk am 26. August 1783 in der Kirche von St. Peter in Salzburg zur Aufführung
brachte. Die wahrscheinlichste Variante ist die Annahme, dass er die fehlenden
Messeteile durch früher komponierte ergänzt hat. Andere meinen,
dass die c-Moll-Messe als Torso erklang oder dass die fehlenden Teile verloren
gegangen sind. Zu erwähnen ist noch, dass bei der Uraufführung
Constanze die sehr anspruchsvolle Sopranpartie sang. |