Zu Bachs Kantate "Ich hatte viel Bekümmernis" BWV 21
Über die Entstehung dieser Kantate weiss man nicht sehr viel. Es ist wahrscheinlich, dass Bach diese Kantate als Referenz mitnahm, als er sich 1713 in Halle um das Organistenamt an der Liebfrauenkirche bewarb. Weil das Lohnangebot zu gering war, lehnte er die Stelle ab. (Sein bisheriger Arbeitgeber, der Weimarer Herzog Wilhelm, war so glücklich, Bach nicht verloren zu haben, dass er ihm einen besseren Vertrag ausstellte.) Aus Bachs Notizen weiss man sicher, dass er sie am 3. Sonntag nach Trinitatis 1714 aufgeführt hat. Der für diesen Sonntag vorgesehene Lesetext vor der Predigt (Epistel) steht in 1. Petrus 5, 6-11. Die Gegenüberstellung des Bibeltextes und zweier Ausschnitte machen die Beziehung zwischen Epistel und Kantate deutlich:
 
1. Petrus 5, 7

Alle eure Sorgen werfet auf ihn -

denn er sorgt für euch -

Ausschnitte aus Nummer 9

Was helfen uns die schweren Sorgen

Denn der Herr tut dir Guts

Sonst gibt es keine so deutlichen Übereinstimmungen. Der für diesen Sonntag vorgesehene Predigttext aus Lukas 15, 1-10 (Gleichnisse vom verlorenen Schaf und verlorenen Groschen) wird in der Kantate nicht aufgenommen. Bach hat auf dem Umschlag der Originalstimmen handschriftlich festgehalten, dass sich diese Kantate "per ogni tempo" (zu jeder Zeit) eigne. Tatsächlich hat er sie vielfach wieder aufgeführt, wohl nicht zuletzt deshalb, weil sie, gemessen am Umfang und an den verwendeten Instrumenten, zu den "grösseren" gehört.


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Last modified 17.02.2005