Haiku
Haiku heisst übersetzt Kurzgedicht; es ist die kürzeste Literaturform der Welt und wurzelt in der japanischen Kultur. Dort besteht seit etwa 400 Jahren eine lebendige Haiku-Tradition. Diese Lyrik hat im Laufe des 20. Jahrhunderts auch in andere Sprachräume und in die Weltliteratur Eingang gefunden.

Ein Haiku besteht aus drei Zeilen. Die Silbenaufteilung ist genau festgelegt: fünf Silben in der ersten, sieben in der zweiten und wieder fünf in der dritten Zeile. Reime spielen keine Rolle, jedoch der Silbenrhythmus. In anderen Sprachen passen Haiku nicht immer in das Silbenschema. Oft bleiben Rhythmus und die Begrenzung auf drei Zeilen. Ein Haiku drängt nicht nach Grösse und Erhabenheit, ist frei von Ehrgeiz oder pädagogischen Zielen gleich welcher Art. Es drängt sich dem Leser nicht auf und versetzt ihn trotzdem unmittelbar in ein Geschehen, einen Gedanken.

Auch im deutschsprachigen Raum hat das Haiku Fuss gefasst. Üblicherweise wird dabei das Silbenmuster 5𤪛 verwendet. Nach einer Gewöhnung an die typische Kürze des Haiku mittels des strengen Musters verfassen viele Autoren immer öfter auch Dreizeiler ohne Silbenzählung.

Quellen:
Nohl, Paul-Gerhard: Lateinische Kirchenmusiktexte, Bärenreiter 1996
Wikipedia
www.haiku-plus.de

[ November 2008 | Aus dem Textheft | Zu John Rutter | Zum Magnificat | Zu Karl Jenkins | Zum Requiem | Haiku ]

Copyright © 2010 by Laudate-Chor Thun
Last modified 25.08.2008