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| Zu Felix Mendelssohn |
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„Die Mutter, eine ebenso verstandesscharfe und feingebildete als auch haushälterisch fleissige Frau, die man stets beschäftigt fand, sei es mit der Lectüre oder wirthschaftlicher Handarbeit, hielt die Kinder mit unerbittlichem Nachdruck zum Fleisse an. Dass die Thätigkeit für Felix zu einem Gewohnheitsbedürfnis wurde, kam wohl daher. Wenn ich zum Vormittagsbesuch bei der Mutter war und er mit seinem Butterbrode – das ihm das Recht gab von der Arbeit zu gehen – ins Vorderzimmer kam und länger mit mir plauderte, als das Butterbrod reichte, so scheuchte ihn gewiss sehr bald der Mutter kurzab hingeworfene äusserung: "Felix, thust du nichts?" wieder ins Hinterzimmer.“
Felix Mendelssohns Freund Eduard Devrient in „Meine Erinnerungen an Felix Mendelssohn Bartholdy und Seine Briefe an mich“, Leipzig 1869
Felix kommt am 3. Februar 1809 als erster Sohn von Lea und Abraham Mendelssohn in Hamburg zur Welt. Um die volle Integration in die grossbürgerliche Gesellschaftsschicht nicht zu gefährden, lässt Felix' Vater seine Kinder protestantisch taufen, was Felix den Beinamen Bartholdy einbringt.
Er wird von früher Kindheit an in allen möglichen Bereichen gefördert. Neben einer fundierten Allgemeinbildung erhält er Klavier-, Violin- und Zeichenunterricht und geht montags und dienstags zur Sing-Akademie. Als ausserordentlich Frühbegabter spielt er, bevor er als 16-Jähriger die Universität besucht, in verschiedensten Konzerten als Klaviervirtuose, geigt im Orchester die 9. Sinfonie von Beethoven mit (im selben Konzert erklingt zum ersten Mal öffentlich seine Sommernachtstraum-Ouvertüre), schreibt Kammermusik, Orgelkompositionen, verschiedene Singspiele, geistliche Lieder für gemischten Chor, Psalmvertonungen für Chor und Orchester und 13 Symphonien.
Mendelssohn begibt sich auf ausgedehnte Bildungsreisen nach England, Italien, in die Schweiz und nach Frankreich. Es entstehen zahlreiche Kompositionen, aber auch Zeichnungen und Aquarelle. In dieser Zeit lehnt er prestigeträchtige Angebote wie z.B. den Lehrstuhl für Musikwissenschaft an der Universität Berlin ab. Die Stelle als Nachfolger Carl Friedrich Zelters, Leiter der Sing-Akademie, Professor der Königlichen Akademie der Künste und Gründer des Königlichen Instituts für Kirchenmusik, wofür er sich bewirbt, erhält er nicht. Enttäuscht kehrt er Berlin den Rücken und wird für knapp zwei Jahre Generalmusikdirektor in Düsseldorf. Von da an bis kurz vor seinem Tod wirkt er als Gastdirigent an verschiedenen Musikfesten und in den wichtigsten europäischen Kulturmetropolen der damaligen Zeit. 1835 übernimmt er die Leitung der Leipziger Gewandhauskonzerte, ein Jahr später wird er zum Ehrendoktor der Universität Leipzig ernannt. 1837 heiratet er Cécile Jeanrenaud. Mehrmals wechselt er zwischen Berlin und Leipzig den Wohnort und seine Tätigkeiten. 1843 wird dank seinem unermüdlichen Einsatz das Konservatorium in Leipzig gegründet. Er übernimmt die Funktion des Direktors, unterrichtet Komposition und leitet den Domchor.
Mendelssohns Schaffensdrang, der ihn bis an den Rand der Erschöpfung bringt, zeitigt eine quantitativ und qualitativ eindrückliche Bilanz kompositorischen Wirkens. Im kirchenmusikalischen Bereich sind es 10 Orgelwerke, 18 Vokalwerke für Chor und Orchester, 13 Vokalwerke mit solistischer Begleitung, 20 Vokalwerke a cappella, 3 Werke für eine Singstimme und Begleitung und die Oratorien Paulus und Elias. Die beiden letztgenannten Werke gehören zu den Höhepunkten des genial begabten und umfassend gebildeten Komponisten. Für Orchester schreibt er 12 Streichersymphonien, 5 grosse Symphonien, 5 Ouvertüren, zwei Märsche, 11 Konzerte oder Konzertstücke für Orchester und Klavier und/oder Violine, 30 kammermusikalische Werke vom Duett über das Klaviertrio, Klavierquartett, Streichquartett bis zum Oktett für Streicher. Breiten Raum nehmen die 29 Kompositionen für Klavier solo oder Klavier zu vier Händen ein.
Am 4. November 1847 stirbt Felix Mendelssohn, erst 38-jährig, an den Folgen eines Schlaganfalls. |
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