© Berner Zeitung; 17.11.2008

 

Stadtkirche Thun

Schweigen ist manchmal Gold

Mit einem grossartigem Programm begeisterte der Laudate-Chor mit Orchester sein Publikum in der Stadtkirche Thun.

Um das Konzert des Laudate-Chors samt Orchester mehr als perfekt zu machen, hatte eigentlich nur noch eines gefehlt: Doch Petrus hatte sich nicht dazu überreden lassen, das passende Ambiente mit weisser Pracht zur überwältigenden Musik von John Rutter und Karl Jenkins beizusteuern.

Starke Gefühle…

Nichtsdestotrotz war Gänsehaut garantiert, was zahlreiche Besucherinnen und Besucher der Stadtkirche Thun auch zu spüren bekamen. Mit gefühlsstarker Musik aus dem Magnificat von John Rutter wurde dem Publikum vom ersten Moment an in eine atemberaubende Klangwelt mitgerissen. Die Teils romantische, meditative und archaische Musik liess nicht einen Hauch von Langweile aufkommen und bewegte zutiefst. Rutters Musik zeichnet sich durch eine vielschichtige Harmonik, Jazzelemente und grossen Erfindungsreichtum aus. Chor und Orchester setzten das Publikum einem Teppich von Klängen aus, über dem leicht die Stimme der Sopranistin Gabriela Bürgler schwebte. Ihre solistischen Einsätze fügten sich perfekt in den Chor- und Orchesterklang ein.

…und Standing Ovations

Im zweiten Teil des Konzerts wurde mit dem Requiem von Karl Jenkins ein scheinbar schwerer Ton angeschlagen. Doch Jenkins verbindet japanische Musikkunst mit der westlichen Tradition der Messfeier für Verstorbene. Die Shakuhachi, eine japanische Flöte, lässt die Totengesänge leicht werden. Auch hier überwältigte der unglaubliche Chorklang, der sich stimmig mit dem Orchester verband. Dirigent Jürg Jakob, geboren und aufgewachsen in Thun, führte sowohl Orchester wie Chor auf souveräne Weise zusammen. Dass ihm nicht nur die Musik eigen ist, sondern auch die Sprache, beweist er mit seinen teilweise poetischen und ausführlichen Erläuterungen zu den Stücken im Programmheft.

Auch Standing Ovations waren an diesem Abend in der Stadtkirche garantiert. Zum Schluss möchte man eigentlich nur noch schweigen, denn Worte genügen kaum, um die Gefühle zu beschreiben. Hier ist Schweigen Gold.

Franziska Franz
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