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Totenmesse mit Leid und Trost
Der Laudate-Chor und das Berner Symphonie-Orchester boten in der Thuner Stadtkirche das «Deutsche Requiem» von Johannes Brahms dar. Sie interpretierten das schwierige Werk auf überzeugende Art.
«Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.» Nach einer ausdrucksvollen Orchestereinleitung mit milden Bässen und klagenden Hörnern beginnt mit diesen Worten der leise und sehr gefühlvolle Choreinstieg in Johannes Brahms «Deutschem Requiem». Die Worte «Leid» und «Trost» sind im Werk von zentraler Bedeutung: In seiner Totenmesse konfrontiert Brahms (1833-1897) die Zuhörer nämlich unausweichlich mit der eigenen Vergänglichkeit. Mit Brahms Requiem, dem Werk, mit dem er 1994 seine Konzerttätigkeit begonnen hatte, feierte der Laudate-Chor in der Thuner Stadtkirche sein 10-Jahr-Jubiläum.
Mit viel GefühlWunderschön erklangen auch die beiden Solostimmen: Bariton René Koch legte in seinen Part ebenso viel Gefühl hinein wie Barbara Locher. Die Sopranistin hatte zwar einen kleinen Einsatz, aber ihre warme Stimme, die auch hohe Töne unverkrampft sanft und empfindsam ertönen liess, passte gut zu den Worten, die sie sang: «Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.»
Zum eindrücklichen Erlebnis trug das Berner Symphonie-Orchester bei, das den Stimmen den musikalischen Boden gab und Chor und Solisten mit ausdrucksstarker Musik unterstützte.
Sieben Jahre komponiertDirigent Jürg Jakob hat sich im Vorfeld gewünscht, dass das Publikum beim «Deutschen Requiem» Betroffenheit, Erfüllung und Freude empfinde. Genau das ist eingetroffen.
Renate Rubin