Laudate Chor Thun
Bewegendes Stabat Mater
Mit tief greifenden Melodien und bewegenden Klangbildern des Stabat Mater von Dvoràk weckte der Laudate Chor Thun Gefühle. Unterstützt wurde er dabei von vier Solisten und dem Orchester Opus.
Ab dem ersten Auftakt wurde es mäuschenstill in der völlig ausgebuchten Stadtkirche Thun. Gebannt lauschte das Publikum den virtuosen Klängen des Orchesters Opus, Konzertmeisterin war Johanna Richard, mit welchen das Stabat Mater von Antonin Dvoràk eröffnet wurde. Zuhörerinnen und Zuhörer wurden von Beginn weg in den Bann der virtuosen Erzählungen vom Tod Christi und den Leiden Marias gezogen. In wechselnden Tonfarben und immer wieder an- und abschwellendem Volumen kamen Verzweiflung und Hoffnung auf Erlösung zum Ausdruck.
Enorme Ausstrahlung
Alt- und Tenorstimmen begannen mit der Schilderung der Szene beim Kreuz; nach und nach setzten auch die andern Stimmen ein und bewiesen mit Reinheit in Ton und Sprache Einfühlungsvermögen und Können. Sängerinnen und Sänger beeindruckten durch Leistung und Ausstrahlung. Die Melodien berührten mit einer Intensität, die unter die Haut ging und Angst, Schmerz und Trauer beinahe körperlich fühlbar machten.
Virtuoser Gesang
Für die glanzvollen Höhepunkte sorgten Barbara Locher, Sopran, Liliane Zürcher, Alt, Bernhard Gärtner, Tenor, und Michel Brodard, Bass. Ihnen gehörte der zweite Satz «Quis est homo». Die Transparenz der verschobenen Einsätze und verflochtenen Stimmen kamen gerade durch die Solisten grossartig zur Geltung. Besondere Aufmerksamkeit war dabei durch Holzbläser und einem exklusiven Einsatz von Englischhorn, auch der instrumentalen Begleitung geschenkt worden. Daneben bereicherten die vier Solisten mit virtuosen Einsätzen das aussergewöhnliche Gesamtwerk.
Subtile Leitung
Subtil leitete Jürg Jakob die Darbietungen. Umsichtig und mit Respekt hatte er die wechselhaften Partien mit über hundert Darbietenden ausgearbeitet und gab die Einsätze überzeugt, dabei strahlte er Stärke aus. Sein Verdienst war es auch, dass
dank seinen Erläuterungen im Programmheft, auch der Laie Zugang zur ausdrucksstarken Literatur fand und so zu noch intensiverem Genuss kam. vhh
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