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© Bund; 2001-11-26; Seite 7

Feuilleton

Freudig-beschwingt

MUSIK / Der Thuner Laudate-Chor interpretierte in Thun, Herzogenbuchsee und Bern erfolgreich Händels «Messias».

-tt- Mit dem Ansetzen von Georg Friedrich Händels Oratorium «Der Messias» kann wohl kein Programmgestalter fehlgehen - der Erfolg ist ihm gewiss.

In allen Registern gut

Der Thuner Laudate-Chor beschränkte sich bei seinen Aufführungen in Thun, Herzogenbuchsee und Bern (in der überfüllten Französischen Kirche) aber nicht auf eine kluge, publikumswirksame Werkwahl: Unter der sicheren, unforciert lockeren und freudig beschwingten Leitung von Jürg Jakob präsentierte das ehrgeizige, in allen Registern (vor allem auch bei den Männerstimmen) ausgezeichnet besetzte Vokalensemble eine klanglich, sprachlich und gestalterisch ausgefeilte, konsequent zielstrebige Wiedergabe, die keine wesentlichen Forderungen und Wünsche unerfüllt liess.

Eines allerdings trübte mein Hörvergnügen etwas: Der Dirigent Jürg Jakob betonte meiner Ansicht nach allzu einseitig die hellen, die optimistischen und mit Hilfe sehr rascher Tempi jubelnden Aspekte der Partitur - mir fehlte es bei der Auseinandersetzung mit dieser gleichsam «sonnigen» Deutung nicht selten an beseeltem Tiefgang, an verzweifelter Intensität und an inspiriertem Miterleben und Mitleiden.

Respekt lösten - neben den wirklich gelungenen Chorleistungen - auch die untadeligen instrumentalen Interventionen durch die verstärkte, von Monika Urbaniak kompetent angeführte Camerata Bern, die Organistin Helene Ringgenberg und den Cembalisten Andreas Erismann aus: Das Engagement des renommierten Kammerorchesters erwies sich als deutlicher Gewinn.

Starke Solisten

Martina Bovet steuerte sensibel-hellstimmig strahlende Sopran-Einwürfe bei, Verena-Barbara Gohl bewegend-expressive Alt-Beiträge. Und Hans-Jürg Rickenbacher beeindruckte (in Bern) mit seinem leuchtkräftigen und ausdrucksintensiven Tenor, René Koch mit seinem dunkelgefärbten, dramatisch formenden Bass.